Vom Ampel-Aus über die Vertrauensfrage zu den Neuwahlen

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F-O-X schrieb:
War ein Hauch Sarkasmus mit dabei, da hier die Bild als großes Hetzmedium gesehen wird 😉
Das könnte u.a. damit zu tun haben. dass die Bild ständig und wie keine andere Publikation gegen den deutschen Pressekodex verstößt.

2024 gab es z.B. insgesamt 84 Rügen des Deutsches Presserats gegen deutsche Publikationen.
Von den 84 wurden 35 (!) nur gegen die Bild/Bild am Sonntag/Bild Online ausgesprochen.
Die restlichen 51 verteilen sich auf alle (!) anderen deutschen Publikationen.

Die Rügen gegen die Bild erfolgten in so netten Kategorien wie Unschuldsvermutung, Sensationsberichterstattung, Wahrhaftigkeit, Sorgfalt, Schutz der Ehre, Schutz der Persönlichkeit etc.
Übersicht der Rügen vom Presserat - Presserat
Infografik: Wie oft spricht der Deutsche Presserat Rügen aus?

Da kann man die Seriosität und die Glaubwürdigkeit der Bild durchaus mal in Frage stellen.
Zumal das sicher keine Einzelmeinung ist:
1743059670596.png
Infografik: Welchen Medien vertrauen die Deutschen (nicht)?

Ich kann nur immer wieder betonen, dass man sich eventuell mal mit dem Thema Medienkompetenz beschäftigen sollte.
 
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prx schrieb:
Die fehlenden Einnahmen dieses Verfahrens gehen gerne zu Lasten von Ausgaben. Je weiter unten man ist, desto schlechter wird die Bilanz aus Steuersenkung gegenüber Leistungskürzung, Abgabenerhöhung, Verschlechterung staatlicher Aufgaben. Oben überwiegen die Vorteile der Steuersenkungen, unten die Nebenwirkungen.
Natürlich kann der "weiter unten" weniger ausgeben, als "der da oben". Aber wenn der "oben" das Geld nicht ausgibt, kann der Staat seine Einnahmen an denen "unten" nicht verteilen.

Und der "unten" wird sich kaum das Einfamilienhaus mit dem Porsche vor die Türe stellen können, vollkommen klar.

Heißt aber auch, weder die Einnahmekette die hinter dem verkauften Porsche steht, noch die Kette vom Hausbau wird gefüttert, zudem entgeht künftig Vater Staat die späteren Einnahmen aus KFZ-Steuer für den Porsche und die Grundsteuer für das Einfamilienhaus.
Beiträge automatisch zusammengeführt:

Cowcreamer schrieb:
Ich kann nur immer wieder betonen, dass man sich eventuell mal mit dem Thema Medienkompetenz beschäftigen sollte.

Ich hab die ersten Rügen aus 2025, Sorgfalt, Sensation, Schutz der Persönlichkeit.

Was hat das mit dem Wahrheitsgehalt eines Artikels zu tun?

Welche Medien empfiehlst du denn?
 
Zuletzt bearbeitet:
prx schrieb:
Je weiter unten man ist, desto schlechter wird die Bilanz aus Steuersenkung gegenüber Leistungskürzung, Abgabenerhöhung, Verschlechterung staatlicher Aufgaben.
Mag sein. Es steigert aber auch den Anreiz, in den Bereich zu kommen, wo Steuersenkungen mehr bringen als als staatliche Transferleistungen. Nicht jeder wird es schaffen, aber ganz ohne Anreiz sind es noch weniger.
 
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F-O-X schrieb:
Ich hab die ersten Rügen aus 2025, Sorgfalt, Sensation, Schutz der Persönlichkeit.

Was hat das mit dem Wahrheitsgehalt eines Artikels zu tun?
Ist das eine ernst gemeinte Frage?
Hier mal zwei Beispiele für Rügen in der Kategorie Sorgfalt und gleichzeitig ein hervorragendes Beispiel für das generelle Problem mit der Bild:

Spekulationen über Gefährlichkeit eines Taxifahrers
BILD.DE erhielt eine Rüge für einen schweren Verstoß gegen das Wahrhaftigkeitsgebot nach Ziffer 1 des Pressekodex. Unter der Überschrift „Wie gefährlich war Ricarda Langs Taxifahrt?” zeigte die Redaktion die ehemalige Grünen-Chefin und ihren Ehemann in einem Taxi, dessen Fahrer ein grün-weiß gemustertes Tuch auf dem Kopf trägt und gab an, es handele sich um ein „Palästinensertuch“, ein „Erkennungszeichen der Israel-Feinde“. Die Kopfbedeckung nahm die Redaktion zum Anlass für Vermutungen darüber, ob der Fahrer gefährlich für die Politikerin gewesen sei, lieferte jedoch keine tatsächlichen Anhaltspunkte dafür. Die Redaktion versäumte es zudem, den Taxifahrer mit dem Vorwurf zu konfrontieren. Neben einem Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 erkannte der Presserat auch eine Verletzung des Persönlichkeitsschutzes des Taxifahrers nach Ziffer 8 des Pressekodex, weil dieser auf dem Foto deutlich erkennbar wurde.

Schätzung zur Tatsache erhoben
BILD erhielt eine Rüge wegen der Titelseiten-Schlagzeile „Bürgergeld: Jeder 10. Empfänger arbeitet schwarz“. Aus der Berichterstattung im Innenteil ergab sich, dass es sich lediglich um eine Schätzung eines Professors handelte. Der Beschwerdeausschuss erkannte hierin einen massiven Sorgfaltsverstoß nach Ziffer 2 des Pressekodex, da durch die Formulierung der Schlagzeile ohne Distanzierung eine Schätzung zur Tatsache erhoben wurde und dies für den Teil der Leserschaft, welcher nur die Titelseite zur Kenntnis nahm, nicht erkennbar war.
Rügen für Verstöße gegen Sorgfaltspflicht und Opferschutz - Presserat

So was hat sehr wohl etwas mit dem Wahrheitsgehalt zu tun.
Auch Kategorien wie "Wahrhaftigkeit" oder "Unschuldsvermutung" dürften wohl durchaus mit dem Wahrheitsgehalt von Artikeln zu tun haben.

F-O-X schrieb:
Welche Medien empfiehlst du denn?
Ich empfehle nur, sich nicht ausschließlich auf Medien aus z.B. dem Springer Verlag zu verlassen.
 
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BILD dürfte sich solche Rügen eingerahmt als Trophäen aufhängen. Solange solche Inhalte ihr Ziel erreichen und die Rügen nichts kosten.
Beiträge automatisch zusammengeführt:

F-O-X schrieb:
Welche Medien empfiehlst du denn?
Notfalls sogar die NZZ, wenn Du etwas ausgeglichenere Inhalte nicht verkraftest. Die Richtung ist zwar ziemlich rechts, aber wenigstens nicht ganz so blöd.

Ansonsten einfach quer durch das Spektrum, nicht bei einer Ausrichtung bleibend. Die Vielfallt macht es, nicht die Einfalt. Die "taz" bitte nicht direkt nach dem Essen (deine Perspektive einnehmend). ;)

Ich weiss, es ist nicht einfach, wenn man schon am Titel merkt, dass man nicht der Adressat eines Artikels ist. Etwa wenn das gewohnt Reisserische und Provokante fehlt, oder bestimmte Floskeln abschrecken, etwa beim Geschwätz des Hadmut Danisch :).
 
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prx schrieb:
Ansonsten einfach quer durch das Spektrum, nicht bei einer Ausrichtung bleibend. Die Vielfallt macht es, nicht die Einfalt.
Dito.
Audiatur et altera pars! ist ein alter römischer Grundsatz.
Leider ist es heute Usus, Beiträge als Quellen zu ignorieren, wenn sie den falschen Stallgeruch haben, sprich, in der "falschen" Zeitschrift erschienen sind.
Auch ein Blick aus der eigenen Blase sowie ein kritischer Blick auf Beiträge innerhalb der eigenen Blase gehören zur Medienkompetenz.
 
Flashlightfan schrieb:
Leider ist es heute Usus, Beiträge als Quellen zu ignorieren, wenn sie den falschen Stallgeruch haben, sprich, in der "falschen" Zeitschrift erschienen sind.
Manchmal ist das allerdings verständlich. Wenn eine bekannte Dreckschleuder mal einen schwachen Moment hat, in dem sie richtig liegt, muss man damit jedoch nicht rechnen. Also auch nicht routinemässig reinsehen. BILD mag allerdings meine Blocker nicht, weshalb nicht mehr als der Titel rüber kommt.
Beiträge automatisch zusammengeführt:

Es kann auch mehr als die "falsche" Quelle sein. In manchen Medien sind bereits die ersten 1-2 Sätze eines Artikels oder schon der Teaser so formuliert, dass nur noch die Fans übrig bleiben. Sind regelrechte Rauswerfer für das "falsche" Publikum, beispielsweise in Richtung Beleidigung.
 
Zuletzt bearbeitet:
prx schrieb:
Sind regelrechte Rauswerfer für das "falsche" Publikum.
Die Blase will unter sich bleiben. Kann ich verstehen.
Nur werden wir mit dieser Einstellung auf keinen grünen Zweig (Sprichwort, nicht Habeck & Co.) kommen.
 
Flashlightfan schrieb:
Nur werden wir mit dieser Einstellung auf keinen grünen Zweig (Sprichwort, nicht Habeck & Co.) kommen.
Ja, die USA machen das ja seit geraumer Zeit vor. Die Spaltung durchzieht die Medien und wesentliche Teile der Bevölkerung sortieren die konsumierten Medien entsprechend vor, mit solider Verachtung für die jeweils falschen Medien, wenn nicht gar Hass. Mit einer derart tief gehenden Spaltung ist schwer umzugehen.

D hat Chancen, weil das Verhältniswahlrecht einen anderen Umgang erzwingt. Und Risiken, weil ebendieses Wahlrecht mit seinen Nebeneffekten manchen Leuten den Wunsch nach einer autoritären Figur nahebringt, um endlich mal ohne Rücksicht durchzugreifen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solange das Wahlrecht nur zu einer Quasselbude führt, in der wichtige Entscheidungen endlos hinausgezögert werden, kann ich das verstehen. Demokratie und Beliebigkeit sind eigentlich verschiedene Dinge, aber mir kommen immer öfter Zweifel, ob das wirklich so ist.
 
Flashlightfan schrieb:
in der wichtige Entscheidungen endlos hinausgezögert werden
Man muss dafür einen grossen Zeitrahmen ansetzen. Es rührt sich sehr wohl etwas, wird aber manchmal erst sichtbar, wenn man ein Jahrzehnt oder mehr überblickt, nicht nur einige Tage.

Schnelle entschlossene Entscheidungen, mit Macht durchgesetzt, sind oft falsch. Und nicht notwendigerweise jene, die man gerne hätte. Siehe Merz'sche Schuldenpolitik. Da kommt mal was, schnell entschlossen, und man ist nun auch wieder unglücklich.
 
Zuletzt bearbeitet:
prx schrieb:
Man muss aber einen grossen Zeitrahmen ansetzen.
Kann man machen, wenn man ihn hat.
Im Moment haben wir ihn nicht, weder in D noch international.
Was ist denn aus dem "Doppel-Wums" und der "Zeitenwende" geworden?
Die Bundestagswahl hat gezeigt, dass ein "Weiter-so" nicht erwünscht ist. Das sollte allen klar sein, selbst wenn man ein Fünftel der Wähler ignoriert.

Um das mal auf die Wirtschaft zu beziehen: Wenn Peking und Istambul Internationale Flughäfen in einer Zeitspanne aus dem Boden stampfen, die in D nicht mal für das Ausfüllen der Formulare zum Antrag auf Konzeptionsbeginn reicht, dann ist was faul. Klar ist dann auch, dass manche Bürger bei diesen augenscheinlichen Missverhältnissen lieber einen Macher als einen Reder haben wollen.
 
Flashlightfan schrieb:
Wenn Peking und Istambul Internationale Flughäfen in einer Zeitspanne aus dem Boden stampfen
... dann hat das im Fall des BER jedoch nicht allzu viel mit Politik zu tun. Ausser insoweit, als Klaus Wowereit der sehr irrigen Ansicht war, die Politik könnte das besser. Unternehmen und solche Unternehmungen sind üblicherweise von eher diktatorischen Entscheidungsformen geprägt. Wenn man solche Entscheidungsformen auf die Politik ummünzt, erhält man mit etwas "Glück" Donald Trump als CEO der USA.

Fiese Frage, eine Wahl zwischen Macher und Zögerer: Bei der Alternative Trump (so wie derzeit) oder Merkel, und tertium non datur, wofür plädierst Du? :1f60f:
 
Zuletzt bearbeitet:
prx schrieb:
... dann hat das im Fall des BER jedoch nicht allzu viel mit Politik zu tun.
Deshalb schrieb ich auch:
Flashlightfan schrieb:
Um das mal auf die Wirtschaft zu beziehen:
Andererseits - wenn von der Politik ständige Änderungen der Anforderungen kommen, hat das schon seinen Einfluss. Ein Unternehmer hat die Bestrebung, ein Projekt so schnell wie möglich abzuschließen.
prx schrieb:
wofür plädierst Du?
Alles zu seiner Zeit. Und jetzt ist gerade keine Endlos-Quasselbude gefragt. Jetzt muss D wieder auf eigenen Beinen stehen und die Geschicke in die eigene Hand nehmen, zusammen mit den Europäern, die das auch wollen. Man muß deshalb nicht ins andere Extrem wie Trump und Musk fallen, aber etwas MEGA (Make Europe Great Again) könnten wir schon gebrauchen. Ich meine zudem Europa, nicht nur die EU.
 
Flashlightfan schrieb:
und die Geschicke in die eigene Hand nehmen
Deshalb ist ja gerade die Schuldenbremse kollabiert. Die Runden zur Koalition verlaufen recht fix und die Minderheitsregierung Scholz wirkte entscheidungsfähiger als die ganze Ampel vorher. Geht doch.

Apropos Europa: Wenn du da alle mitnehmen willst, dann gratuliere ich zur Blockade. Mehr als eine Koalition der Willigen ist nicht realistisch. Nicht einmal innerhalb der EU - irgendwer lässt sich immer einwickeln oder kaufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
prx schrieb:
Wenn du da alle mitnehmen willst, dann gratuliere ich zur Blockade.
Will ich ja nicht.
Flashlightfan schrieb:
zusammen mit den Europäern, die das auch wollen.
Wenn es denn bei allem guten Willen nicht geht, müssen wir erst mal an uns denken. Für die Wirtschaft dürfte das in ganz Europa kein Problem sein. Das funktioniert auf der Basis der alten EWG und der ganze politische Wasserkopf wird auf einen Schrumpfkopf eingedampft.
 
@Flashlightfan Wenn du die EU auf diese Art "eindampfst", erleichterst Du es erheblich, Europa von aussen in Stücke zu hauen, die gegeneinander statt miteinander arbeiten. Und erhältst ein auch wirtschaftlich bedeutungsarmes Europa, das keine Möglichkeit mehr hat, an sich selbst zu denken.

Apropos ganz Europa bis zum Ural: Viel Glück beim Versuch, das Traumpaar Trump-Putin zu scheiden. ;)
 
prx schrieb:
Apropos ganz Europa bis zum Ural:
Ich hatte eher an Großbritannien und Norwegen gedacht.
prx schrieb:
Wenn du die EU auf diese Art "eindampfst", erleichterst Du es erheblich, Europa von aussen in Stücke zu hauen,
Weil nicht überall die gleichen Sozialstandards herrschen? Wohl kaum.
 
Flashlightfan schrieb:
Weil nicht überall die gleichen Sozialstandards herrschen? Wohl kaum.
Weil die derzeitige Integration relativ gut bindet. Eine Sammlung völlig unabhängig und unkoordiniert agierender Einzelstaaten, deren einzige Bindung die Zollfreiheit ist, tut dies nicht. Jemand wie Trump sagt dann: EWG-Staat A kriegt die allerliebste Zoll-Strafe verpasst, EWG-Staat B aber nicht, wenn er sich zusammen mit ihm gegen A wendet. Sowas in der Richtung, ggf nach Bedarf wechselnd. Und schon ist deine neue EWG Geschichte. Einzeln sind die Europäer käuflich.

Lass die Sozialstandards krass auseinander laufen, und Produkte werden an Grenzen innerhalb dieser EWG blockiert, weil aus unfairer Produktion stammend. Und da werden Rechte wie Linke brav der gleichen Ansicht sein, zum Schutz der Nation, also der Arbeitsplätze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die sind auch innerhalb der EU käuflich.
Siehe Ungarn, zum Beispiel.
 

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